Suchflug 2002 2004

Damit kein falscher Eindruck entsteht. Ich mag zwar keine Muttertagsbasteleien und aufs Erziehen könnte ich auch gut verzichten. ABER: Ich mag meine Kinder! Genauer: Ich liebe sie. Oft kann ich es gar nicht glauben, dass diese kleinen Außerirdischen sich tatsächlich freiwillig(!) mich ausgesucht haben, als sie auf ihrem Suchflug nach einem Zuhause über den Dächer kreisten. Wieso wählten sie mich als Mutter und nicht eine mit mehr Geduld und Hingabe und Kümmerkompetenz? Sie werden ihre Gründe gehabt haben. Und ich bin froh darüber. Trotzdem werde ich weiter schimpfen, jammern, fluchen, mich regelmäßig überfordert fühlen und dem Singleleben nachweinen. Und sicherlich werde ich mich auch immer wieder einmal fragen, warum ich ihnen beim Landeanflug auf unser Haus nicht einfach die Tür vor der Nase zugeschlagen habe. Dabei weiß ich ganz genau: Selbst, wenn ich das getan hätte, sie wären ja doch durch den Spalt eines gekippten Fensters hineingeschlüpft. Kinder können sehr beharrlich sein, wenn sie etwas wollen. Und schließlich wussten sie ganz genau, dass bereits ein Zimmer für sie eingerichtet ist.

Vielleicht die Lösung: Kinder einfach laufen lassen.

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Familie

5 Antworten zu “Suchflug 2002 2004

  1. Claudia lost in France

    …na ja, mein Singleleben (= ohne Kinder) war relativ kurz… kürzer als deins, Anke. Mit 27 Jahren begann mein neues, weniger egoistisches, reicheres Leben, das ich keinesfalls bereue.
    Es entsteht bei uns schon kein falscher Eindruck von dir, deine Gedanken, Zweifel sind alle nachvollziehbar.
    Und deine Kinder wissen, dass du sie liebst, auch wenn du dein Amt mal aus Überforderung kurzfristig niederlegst.
    Kinder sind durch nichts zu toppen, da können sie noch so anstrengend sein :)

  2. *nachdenklich*

    Du könntest richtiger liegen mit Deinen Annahmen als Du je glauben möchtest …

  3. @Claudia: … und ehe man sich versieht, stehen sie als Erwachsene vor einem! Dann schaut man auf die Zeit zurück als sie klein waren und die Überforderung, die man so oft spürte, ist vermutlich vergessen.

    @Emil: Das klingt kryptisch und irgendwie etwas unheimlich. Was kommt nach den … ?

  4. *kicher* Okay, ich hätte es wirklich genauer ausdrücken sollen.

    Denn zumindest Deinen letzten Satz kann ich als Elter von schon erwachsenen Kindern um das „Vielleicht“ erleichtern. Kinder einfach laufen zu lassen, das ist die beste Lösung. Natürlich muß man sie vor den wirklich großen Dingen beschützen, aber vergleiche bitte einmal Deine eigent Kindheit und die Erziehung durch Deine Eltern mit Deinem Verhalten. Bist DU nicht auch manchmal viel vorsichtiger/Fürsorglicher??

  5. Vor allem ist man heutzutage eines: verunsichert. Viel unsicherer als die eigenen Eltern es waren. Damals war Kindererziehung nicht so pädagogisch aufgeladen, da durften sich die Erwachsenen noch auf ihren Bauch und ihren gesunden Menschenverstand verlassen. Heute ist es eine Wissenschaft und der Kopf steht der Intuition im Weg. Man kann froh sein, wenn die Kinder noch laufen können, nachdem man endlich gemerkt hat, dass es am besten ist, sie laufen zu lassen.

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