Frankfurt am roten Teppich

Das Tolle an einem privaten Blog ist, dass man weder aktuell noch sortiert sein muss – wie etwa bei einer Tageszeitung – sondern völlig herrschaftsfrei vor sich hin veröffentlichen kann. In diesem Sinne erlaube ich mir, kurz bevor es mit den Filmfestspielen in Berlin losgeht, mit erheblicher Verspätung noch einmal auf die Verleihung des Hessischen Filmpreises 2011 in Frankfurt zurückzukommen.

Die Einladung erhielt ich, wenn man es so will, durch Mark Zuckerberg, genauer gesagt durch meine Aktivitäten in seinem sozialen Netzwerk. Dort hatte ich Heike-Melba Fendel als „Freund“ gefunden, eine echte TausendsassaIn im deutschen Filmbiz mit ihrer Agentur Barbarella Entertainment. Seit vielen Jahren organisiert sie die Hessischen Filmpreisverleihungen in der Alten Oper. Ein Abend mit Stars und Sternchen, Schnittchen und allem, was sonst noch dazu gehört. Und ich seit vielen Jahren mal wieder auf der Gästeliste, ganz real.

Im Wesentlichen verlief der Abend so, wie tags darauf in der FAZ berichtet und HIER nachzulesen. Wenngleich die Häme der Autorin reichlich übertrieben ist. Filmpreisverleihungen, könnte man sagen, laufen überall auf der Welt krampfig ab. Es liegt wohl in der Natur der Sache bei derlei Veranstaltungen. Laudatio, Dankesrede, Auflockerungswitzchen, Laudatio, Dankesrede und so weiter. Ein Quäntchen Peinlichkeit und eine gewisse Langatmigkeit gehört einfach dazu. In Frankfurt sollte sich die Presse grundsätzlich allerdings freuen, wenn anstelle von grauer Polit- und Wirtschaftsprominenz zur Abwechslung ein buntes Volk Filmschaffender über den roten Teppich stolziert. Wen kümmern da verpatzte Anekdoten, peinliche Verwechselungen, gequält vorgetragene Ansprachen. Das ist eben Gala.

Ich habe mich sehr gut amüsiert an diesem Abend. Filmische Entdeckung war für mich „n gschichtn“ von Eva Becker, ausgezeichnet als „Bester Kurzfilm“. Mehr persönliche Highlights: Ulrich Matthes im menschenleeren Treppenhaus begegnet und irgendwie verschwörerisch zurückgelächelt; August Zirner zufällig die Hand geschüttelt; die Gastgeberin Heike-Melba Fendel persönlich getroffen, ein paar Worte gewechselt; sowie mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen Schwätzchen gehalten; Matthias Schweighöfer beobachtet, wie er auch fernab der Bühne den Clown mimt – und, und, und. Kurz: Es war toll. Erwähnt werden soll auch das köstliche Meeresfrüchte-Risotto und die niemals leer werdenden Weintabletts der freundlichen Servicekräfte. Die letzte S-Bahn zu erwischen, stellte eine echte Herausforderung dar.

 

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Film&Fernsehen, Inspiration, Netzleben

Eine Antwort zu “Frankfurt am roten Teppich

  1. Auch Hessen kann Festival? Das liest sich alles sehr mondän; nur die letzte S-Bahn, die hätte es in Berlin so wahrscheinlich nicht gegeben. Da wäre sie wegen Triebwerksschaden (oder so) ausgefallen.

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