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Ich war noch niemals in New York (10)

Die Fahrt von Coney Island zurück nach Manhattan zieht sich in die Länge. Diesmal habe ich einen Local Train erwischt, der im Gegensatz zum Express an jeder kleinsten Station hält. Die Seeluft hat mich angenehm müde gemacht. Es fällt mir schwer, mich zu motivieren in Downtown noch einen Zwischenstopp einzulegen. Aber ich muss dringend ein paar Besorgungen machen und letzte Mitbringsel erstehen. Nachdem ich mich durch Geschäfte, anschließend durch den Berufsverkehr und volle U-Bahn-Schächte zurück nach Hause gekämpft habe, bleibt mir eine halbe Stunde. Um halb Acht bin ich mit Dirk verabredet. Eigentlich bin ich fix und fertig. Doch die Freude auf den Abend weckt die letzten Reserven. Es ist schön, dass ich in der Stadt, in der ich bis vor kurzem keine Menschenseele kannte, jemanden wie Dirk begegnen durfte. Zum zweiten Mal treffe ich ihn. Ich bin dankbar, dass wir eine Woche vor Abflug über Facebook miteinander bekannt gemacht worden sind. (Mein Dank gilt Stella!) Sein N.Y.-Fotoblog Emotive Pixelations hat mich auf Anhieb begeistert. Die Aufnahmen, der Blick des Fotografierenden, berühren mich auf eine ganz besonder Weise. Menschen im Alltag der New Yorker U-Bahn zu porträtieren, ist eines seiner Projekte. Und es gibt dort wirklich jede Menge zu beobachten. Eine Attraktion für sich.

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Dirk will mir in Chinatown ein  “Dumpling House” zeigen. Von „Dumplings“ hatte ich bislang noch nie gehört. Und sie erweisen sich als echte Offenbarung. Teigsäckchen, die entfernt an Maultaschen erinnern, mit diversen Füllungen. Rein vegetarisch oder mit verschiedenen Fleisch-, Geflügel- und Fischfüllungen. Wir suchen quer durch die Karte von allem etwas aus. Die Einrichtung in „Vanessas Dumplings“ in der 118 A Eldridge Street ist schlicht: Holztische und einfache Hocker. Die Küche ist offen. Man bestellt an der Theke. Eine Asiatin mittleren Alters, vielleicht ist es Vanessa selbst, notiert die Wünsche. Drei Köche bereiten die Speisen zu. Sobald ein Gericht fertig ist, werden Zahlen und Begriffe in den Gastraum gerufen. Er ist klein und überfüllt. Es ist kein Touristenort, sondern ein Platz für New Yorker. Ich fühle mich wohl, so mittendrin. Die Dumplings sind köstlich. Und die Preise unschlagbar günstig. Nicht einmal 20 Dollar zahlen wir zu zweit und sind rundherum satt. Ich hätte nicht geglaubt, dass das in New York möglich wäre.

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Nach dem Essen bummeln wir durchs nächtliche Chinatown Richtung Houston Street. Sie ist eine der Ost-West-Hauptverkehrsadern und verläuft über die komplette Breite Manhattans. Der Straßenname wird nicht etwa wie die texanische Stadt ausgesprochen, sondern mit „au“ und ohne „e“: Haustn, sagt Dirk. Wir laufen am New Museum vobei, Manhattans jüngstem Austellungshaus, das einer Anzahl aufgestapelter Schuhkartons ähnelt und seit 2007 Avantgardekunst ausstellt. Einer der vielen Orte, den ich während meines Aufenthalts von innen nicht mehr sehen kann, obwohl ich mir das eigentlich vorgenommen hatte. Unweit davon liegt „Katz’s Delicatessen“. Berühmt für seine Pastrami-Sandwiches und Schauplatz der Orgasmus-Szene aus „Harry & Sally“. Ich bleibe einen kurzen Moment stehen, schaue durchs Fenster in den voll besetzten, riesigen Gastraum. Die Einrichtung und das Ambiente des 1881 eröffneten Diners mögen authentisch sein und doch wirkt alles durch die überfrachtete Detailiertheit wie eine Kulisse. Hinein zieht es uns nicht. Dann doch lieber in die gegenüberliegende Eisdiele, deren Inneres aus Chrom, Glas und Beton besteht. Man fühlt sich an ein Versuchslabor erinnert. Und tatsächlich, der Name der Eisdiele lautet „il laboratoria del gelato“. Ich wähle “Ginger” und “Toasted Almond”. Das Eis ist unglaublich teuer, wie überall in New York, aber es ist jeden Cent wert. Ich kriege mich gar nicht ein, so gut schmeckt Ingwer. Und als wäre das nicht ein krönender Abschluss des Abends, erwartet uns in der U-Bahn noch eine Künstlerin, die einer Säge magische Melodien entlockt. Wir bleiben eine  Weile stehen. Die Klänge faszinieren mich. Am liebsten möchte ich alle umarmen. Dabei wird mir schmerzlich bewußt, dass dies mein letzter Abend in New York ist.

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Von den letzten Stunden in New York vor Abflug am nächsten Tag habe ich in Teil (2) erzählt: https://papierschiffchen.wordpress.com/2012/05/12/ich-war-noch-niemals-in-new-york-2/

 

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Ich war noch niemals in New York (9)

Kaiserwetter in New York am 30. April 2012. Stahlblauer Himmel ohne Wolken, frühsommerliche Temperaturen. Ich verwerfe den eigentlichen Plan, das P.S.1 zu besuchen. Das Museum, ein Ableger des Museums of Modern Art, gilt als heilige Halle der Gegenwartskunst, abgelegen in Queens angesiedelt, doch mit spektakulärem Ruf. Dort läuft gerade eine Ausstellung, die sich mit dem Werk der deutschen Elektro-Musik-Pioniere Kraftwerk beschäftigt. Anfang April gab die Gruppe im MoMA eine Reihe von acht Konzerten, die als großes Ereignis gefeiert wurden. Die begleitende Ausstellung im P.S.1 klingt vielversprechend. Aber an diesem Tag fällt mir der Verzicht leicht. Ich will lieber ans Meer.

Von Manhatten an den Strand gelangt man mit der U-Bahn. Ich steige an der Upper West Side in die Bahn, steige einmal um und nach rund einer Stunde bin ich da. Nimm die Linie B oder Q nach Brighton Beach und laufe dann zu Fuß die Promenade entlang bis Coney Island. Von dort gehen mehrere Linien zurück, hatte mir ein Freund geraten. Als ich aussteige, bin ich orientierungslos. Ich gehe eine befahrene Straße entlang, die von einer Strahlkonstruktion überbaut ist. Links und rechts sind Geschäfte, die Bordsteine voller Menschen. Es ist laut und bunt. Als ich das Straßenschild „Brighton Beach Avenue“ entdecke, biege ich ab. In wenigen Minuten habe ich die Küste erreicht. Mitten aus der größten Hektik direkt in den Urlaub.

Trotz des herrlichen Wetters ist der Strand verlassen. Es ist Montag. Die Saison hat noch nicht begonnen. Die meisten Cafés und Läden sind geschlossen. Schmucklose Gebäude und etliche Hochhäuser säumen die Promenade. Ich gehe ans Wasser, setze mich in den feinen hellen Sand und schaue hinaus. Die Luft ist kühl. Grelle Mittagssonne. Ich kneife die Augen zusammen. Ein paar Schiffe sind am Horizont zu sehen. Möven fliegen durcheinander. Wie gerne hätte ich in diesem Augenblick einen vertrauten Menschen neben mir. Den Moment teilen, gerne schweigend, aber gemeinsam erleben. Die Wehmut des Alleinereisens. Sie macht sich immer wieder breit. Und hat einen eigenen Reiz. Ich lasse den feinen Sand durch meine Hände rieseln, schaue weiter aufs Meer. Für den Abend habe ich eine Verabredung, mit Dirk. Was wirklich fehlt, ist eine Sonnenbrille.

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Die Promenade zwischen Brighton Beach und Coney Island ist ein hölzerner „Boardwalk“. Er wirkt, genauso wie die Restaurants und Läden, als hätte er die besten Zeiten schon lange hinter sich. Weniger freudlich ausgedrückt: Das Ganze ist reichlich heruntergekommen. Vom „morbidem Charme“ ist oft die Rede. Wenige Menschen bummeln ziellos herum. Nach und nach fällt mir auf, dass die Wortfetzen, die ich im Vorbeigehen aufschnappe, nicht amerikanisch sind, sondern russisch. Ich wundere mich. Später erfahre ich, dass sich in den Wohnblöcken von Coney Island und Brighton Beach von je her hauptsächlich sowjetische Einwanderer jüdischer Abstammung niedergelassen haben. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gab es eine neue Zuzugswelle. Der größer werdende Einfluss russischer Familien hat der Gegend den Spitznamen „Little Odessa“ eingebracht.

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An Sommerwochenenden strömen bis zu einer halben Millionen Menschen an den Strand. Zusätzliche Attraktionen sind das New York Aquarium und der Vergnügungspark. Sein Areal ist vergleichsweise klein und auch das  Riesenrad besticht mehr durch seinen Wiedererkennungswert als durch Größe. Der in den 1880er Jahren errichtete Park hatte  in den 1950ern eine ähnliche Bedeutung wie heute Disney Land. Ich stelle mich an den Zaun. Auf dem Gelände werden Instandhaltungsarbeiten verrichtet. Es dauert nur noch ein paar Tage bis das bunte Treiben beginnt, wie bereits seit 130 Jahren.

Es gibt noch eine weitere Attraktion, die Coney Island zugeschrieben wird. Die Hot Dogs sollen hier erfunden worden sein. „Nathan’s“ ist ihre Geburtsstätte. Enttäuscht stehe ich auf der Promenade vor der geschlossenen Bude mit dem geschwungenen Schriftzug. Kurz darauf, auf dem Weg zur Metro-Station Coney Island, eröffnet sich vor mir ein weiteres „Nathan’s“. Das Haupthaus des legendären Imbis ist geöffnet. Die Bude am Strand nur ein Ableger. Es werden neben Hot Dogs auch Hamburger und „Seafood“ angeboten. Ich bleibe beim Klassiker, bestelle dazu eine Cola. Das muss sein. Mit der Fast-Food-Tüte laufe ich zurück zur Promenade und setze mich auf eine Bank. Eine amerikanische Snackpause wie aus dem Bilderbuch.

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Ich war noch niemals in New York (7)

Mit Dirk plaudernd die Straße entlang zu spazieren, fühlt sich gut an. Neben ihm werde ich zu einem Teil der Stadt. Der Washington Square Park liegt bereits einige Blocks hinter uns. Wir verlassen den Broadway. Im Vorbeigehen lese ich Straßenschilder: Broome Street, Mott Street, Mulberry Street… – ich habe das Gefühl, die Namen alle schon gehört zu haben. Manchmal bleibt meine Aufmerksamkeit an Details hängen: eine rote Eingangstür, ein schrill dekoriertes Schaufenster, ein handbemaltes Restaurantschild – und der Impuls, ein Foto machen zu wollen stellt sich ein. Doch gebe ich ihm nicht nach. Zu kostbar ist der Moment. Anhalten, die Konzentration auf die Kamera und das Motiv lenken, würden das Gefühl, eins zu sein mit den Menschen und dem Rhythmus der Stadt empfindlich stören. Ich genieße es, mich erstmals nicht als außen stehender Beobachter zu fühlen.

Immer weiter Richtung Süden geht es. Während Soho, Greenwich Village und East Village schwer voneinander zu unterscheiden sind, ist Little Italy aufgrund der hohen Trattoria-Dichte eindeutig zu identifizieren. Nichts jedoch gegen Chinatown. Hier betritt man eine ganz eigene Welt. Es ist fast so, als wechele man nicht nur einen Block sondern als betrete man einen anderen Kontinent. Chinesische Schriftzeichen überall. Je tiefer man in das Viertel hineintaucht, je mehr werden es. Irgendwann weisen nicht einmal mehr die Schilder vor den Supermärkten ihre Angebot in englischer Sprache aus. Chinesen bevölkern die Straßen. Man fühlt sich fremd. Es ist ein riesiges Gewimmel auf engstem Raum. Als wir bald den Financial District erreichen, bin ich erstaunt. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell dort sein würden. Die Entfernungen innerhalb Manhattans sind bei weitem nicht so gigantisch, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Zwischen Italien und China liegt nur eine einzige Straße… Da ich selbst nicht fotografiert habe, ist dieses Bild entliehen.  Foto: Tyso/wikipedia

Man fühlt sich seltsam in der fremden Welt mitten in Downtown New York. Foto: chensiyuan/wikipedia

New York Stock Exchange Foto: Anke Steinfadt

New York Stock Exchange. Hier rollt der Rubel der Wall Street.

An der Staten Island Ferry am südlichsten Zipfel Manhattens heißt es dann Abschiednehmen von Dirk. Ich möchte mit der kostenlosen Fähre hinüber nach New Jersey fahren, an der Freiheitsstatue vorbei. Ein Tipp aus dem Low-Budget-Reisführer. Dirk hat noch etwas Berufliches zu erledigen. „Wenn du möchtest, können wir uns an einem anderen Tag noch einmal treffen“, sagt er. Ich nicke. Sein Angebot freut mich sehr. Eine feste Verabredung treffen wir noch nicht. SMS von meinem deutschen zu seinem amerikanischen Mobiltelefon funktioniert einwandfrei. Ich reihe mich in die Schlange der An-Bord-Gehenden. Die Überfahrt dauert ungefähr zwanzig Minuten. Und dabei komme ich ihr nahe: der berühmten Freiheitsstatue. Nicht ganz so nahe wie von einem Wassertaxi oder einem Rundfahrschiff aus, dafür jedoch ist das Erlebnis gratis. In New Jersey angekommen, nehme ich direkt die nächste Fähre zurück. Während auf dem Hinweg das Schiff mit Berufspendlern überfüllt war, ist es nun so gut wie leer. Ich sitze am Fenster, werfe einen erneuten Blick auf die Statue und die immer näher kommende Südspitze Manhattans und bin wieder einmal, wie so oft schon in New York, sehr sehr glücklich.

Zurück in Manhattan, verwerfe ich das Vorhaben, Ground Zero zu besuchen. Das Gelände begehen, die Geschichte Revue passieren lassen, die Gedenktafeln an der „Wand der Helden“ studieren – ich spüre, dass mir das an diesem Tag, an dem ich schon so lange auf den Beinen bin,  zu viel würde. Der neue Turm ragt bereits weit in den Himmel. Die Bauarbeiten sind schon sehr weit gediehen. Bald ist das One World Trade Center (1 WTC) fertig. Es wird das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten sein. Den Kopf in den Nacken gelegt stehe ich da und wundere mich, dass sich die Bilder des 11. September in diesem Moment nicht ganz automatisch in mein Bewußtsein drängen. Ich sehe einfach nur staunend den fast fertigen Turm an. Leibhaftig an diesem Ort zu sein, hatte ich mir bedrückend vorgestellt. Nun bin ich schlicht überwältigt vom Neuen.

One World Trade Center (1 WTC) Ende April 2012 vor herrlichem Himmel. Foto: Laura Thieme (eine meiner New Yorker Flatmates. Danke!)

Um mich herum wimmelt es von Touristen. Mehrere Busse entlassen gleichzeitig Reisegruppen ins Freie. Und ich spüre meine Erschöpfung. Schmerzenden Fußes begebe ich mich auf die Suche nach einer Subway-Station. Planlos laufe ich herum, in der Hoffnung der Zufall möge mir den Weg weisen. Es dauert ewig, bis ich einen Eingang finde. Gut möglich, dass ich an mehreren bereits vorbei gelaufen bin. Die Abgänge zu den Subway-Stationen sind in New York häufig nicht besonders auffällig. In die nächstbeste Bahn, die in Richtung Norden fährt, steige ich ein. Es gibt auf der Strecke eine Haltestelle „110th Street“, nicht weit von der 107th Street, in der ich wohne. Zwar auf der East Side statt auf der West Side, aber das ist mir in diesem Moment egal. So weit kann es ja von dort nicht sein, denke ich. Einmal die Breite des Central Parks nach Hause zu laufen, ist besser als noch einmal kompliziert umsteigen zu müssen. Ein Irrglaube wie sich bald herausstellen wird.

Irgendwo in New York auf der Suche nach der Subway.

Dass es doch einen erheblichen Unterschied macht, anstelle der 108th Street West an der 110th Street East auszusteigen, erfahre ich vor Ort. Als ich aus der Subway auf die Straße schwappe, beschleicht mich sofort ein mulmiges Gefühl. Nicht, dass mich Straßengangs erwartet hätten, die um eine brennende Mülltonne herumstehen. Das nicht. Aber die Passanten in dem Viertel rufen meine Instinkte zu höchster Wachsamkeit. Ich krame meine Mütze aus der Tasche, ziehe sie so tief wie möglich ins Gesicht, verberge es so gut es geht und richte meinen Blick stur auf den Bordstein vor mir. Ich laufe entschlossen in die Richtung von der ich hoffe, dass es Westen sei. Den Stadtplan herauszuholen, kommt nicht in Frage. Ich will mich hier auf keinen Fall als Touristin zu erkennen geben. Fest setze ich einen Fuß vor den anderen. Die Straße ist jetzt menschenleer. Und dann muss ich auch noch durch eine Unterführung! Mein Herz kopft bis zum Hals. Ich trete noch fester auf, mache mich so schwer es geht.

Als ich den kurzen Tunnel schließlich durchschritten habe, wirkt plötzlich alles heller. Es ist, wie schon im Wechsel von Little Italy zu Chinatown: an der Grenze zwischen zwei Blocks ändert sich die Atmosphäre schlagartig. Ich atme auf und ziehe die Mütze vom Kopf. Bald darauf sehe ich den Central Park. Nur noch den passieren, dann bin ich zu Hause.

Von der [M] Haltestelle 110th Street/Lexington Ave westlich des Central Parks quer hinüber auf die Eastside mit der Mütze tief im Gesicht. Beim nächsten Mal würde ich doch lieber noch einmal umsteigen.

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