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Muttertag

Sang- und klanglos würde der Muttertag wie ein ganz gewöhnlicher Sonntag vorüberziehen – ohne Blumen, ohne „Mami ist die Beste“-Sprüche und sonstigen Krampf. Schließlich kann man den „Feiertag zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft“ (Wikipedia) geflissentlich ignorieren, wenn man selbst auf den ganzen Klimbim keinen Wert legt. Es gibt ja keine Feierpflicht. Wäre da nicht die Schule! Im Unterricht wird im Vorfeld nämlich pflichtbewusst auf den großen Tag hingearbeitet. Diesmal wurden die Söhne und Töchter angeleitet, ein Herz aus rotem Karton auszuschneiden und es mit folgendem Textbaustein zu versehen:

Liebe Mama! Ich wünsche dir einen schönen Muttertag. Danke, dass es dich gibt. Vielen Dank, dass du so viel für mich machst. Deshalb schenke ich dir einen freien Wunsch. Ich hab dich lieb. Dein (Unterschrift)

Neun hat seinen Namen darunter gesetzt und Sieben, der mit leeren Händen dastand (weil er sich im Unterricht entweder geweigert, das Herz unterwegs verloren oder eine Lehrerin ohne zweckgebundenen Bastel-Komplex hat) mit unterschreiben lassen. Womöglich mit dem Hintergedanken, durch das Teilen des Geschenks auch die Erfüllung des anstehenden Mutterwunschs halbieren zu können. (?!)

Bei der Übergabe des zusammengerollten Pappherzens waren alle Beteiligten etwas peinlich berührt. Auflockerung verschaffte eine dem Geschenk beigefügte Wunderkerze. Anschließend war die Sache vom Tisch. Der „freie Wunsch“, den die liebe Mama äußern darf, wird den Kindern im Zuge des Muttertagignorierens erspart bleiben. Ihr Zimmer sollen sie gefälligst auch ohne Einlösung eines Gutschein aufräumen.

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